Peter-Degner-Stiftung

Hildegard Knef

Mit tiefer Erschütterung habe ich vom Ableben von Hilde erfahren. Ihr Lebensweg ist viel zu schnell beendet, ihr starker Wille lebt nicht mehr. Lebendig aber bleibt die Kraft ihrer Fürsorge und Liebe, ihre Treue und Verlässlichkeit und die unvergesslichen künstlerischen Leistungen, ob auf der Theaterbühne, ob in unzähligen Film- und Fernsehrollen, ihr über 400 Chansons welche oft kopiert, doch nie erreicht wurden.

 

Die Bücher, 9 an der Zahl, sind philosophisch, lebensnah und Welterfolge. Nach Marlene Dietrich hat uns eine der letzten großen Diven verlassen. Ein unschätzbarer Verlust, war sie doch schon zu Lebzeiten eine Legende. Einer der wenigen deutschen Stars, die Weltruhm erlangten. Es ist erst wenige Tage her, das ich sie das letzte Mal besucht habe, mit ihr über neue Projekte redete, sie ermunterte wieder ins Studio zu gehen. Ihre Freude war groß, sie fühlte sich gut, erzählte von der wiedererwachenden Lust zum Leben.

Das Stehaufmännchen Hildegard Knef, die durch Höhen und Tiefen gegangen ist, die viel Ruhm in ihrem erfüllten Leben ernten durfte, aber auch weniger schöne Dinge durchstehen musste – und doch hat sie alles mit Bravour gemeistert. Es ist mir eine große Ehre, dass ich viele Jahre zu ihrem Freundeskreis gehören durfte, wir eine ganz besondere persönliche Beziehung gehabt haben. In ihrem Buch „Das Urteil" finden wir einen Satz, wo sie selbst formuliert: „Es gibt Menschen, die unserem Leben die Kürze absprechen und es ist kurz, unser Leben, ob wir nun 100 werden dürfen oder nicht." In einem ihrer Chansons singt sie: „An meiner Mutlosigkeit können Berge zerbrechen, können Sterne veröden, doch sterben werde ich an Mut. Nichts wird bleiben als Ohnmacht und die endlose Nacht."

In dankbarer Erinnerung
Peter Degner